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  • Sowohl nach verläßlichen internationalen Studien, wie auch nach der Mannheimer Studie, sind 6-7 Prozent der über 65jährigen von einer mittelschweren bis schweren Demenz betroffen. Es handelt sich um Menschen, die auf Grund ihrer schweren kognitiven Beeinträchtigungen ständige Betreuung und Beaufsichtigung benötigen. In Deutschland entspricht dies einer Zahl von etwa 800 000 Erkrankten. Vor dem 65. Lebensjahr sind zusätzlich vermutlich 30 000 bis 50 000 Menschen erkrankt Bis heute gibt es leider keine Untersuchung, in der diese Zahl bestätigt wurde, das heißt, es könnten sowohl mehr, als auch weniger sein. (Zählt man zu dieser Gesamtzahl nochmals die Erkrankten im Frühstadium mit beginnender Symptomatik hinzu, kommt man auf schätzungsweise über 1,2 Millionen Demenzerkrankte in Deutschland).
  • In den nächsten 30 Jahren ist ein Anstieg der Erkrankungszahlen um 40 Prozent zu erwarten.
  • Etwa die Hälfte aller mittelschwer und schwer Erkrankten sind zwischen 80 und 90 Jahre alt. Etwa ein Zehntel sind sogar bereits über 90 Jahre alt. Die übrigen, also etwa 40 Prozent, sind jünger als 80 Jahre.
  • Frauen und Männer tragen zwar insgesamt annähernd dasselbe Risiko zu erkranken, aber bedingt durch die höhere Lebenserwartung der Frauen gibt es zahlenmäßig mehr demenzkranke Frauen. Über 70 Prozent der Erkrankten sind Frauen.
  • Nahezu jeder Dritte, der das 65. Lebensjahr erreicht, wird unter Berücksichtigung der derzeitigen Sterblichkeitsraten im weiteren Verlauf seines Lebens an einer Demenz erkranken.
  • In Deutschland erkranken derzeit jährlich mindestens 170 000 Menschen an einer Demenz. Wahrscheinlich sind es sogar 230 000 jährlich.
  • Etwa zwei Drittel aller Erkrankten werden früher oder später in einer stationären Pflegeeinrichtung versorgt. Das heißt, nur ein Drittel der Kranken wird bis zum Tode zu Hause betreut.
  • Insgesamt werden rund 40 Prozent aller Kranken in stationären Pflegeeinrichtungen versorgt. 60 Prozent werden zuhause betreut. Entgegen früheren Annahmen, liegt damit der Anteil im Heim lebender Kranker höher.
  • Nach unterschiedlichen Studien sind 50 bis 80 Prozent der Bewohner in Pflegeheimen von einer Demenz betroffen. Bis zu 30 Prozent sind es in Altenheimen.
  • Von knapp 700 000 Heimplätzen in Deutschland werden demnach annähernd 300 000 von Demenzkranken in Anspruch genommen.
  • Unter der Gesamtheit schwer pflegebedürftiger älterer Menschen, die Versorgung rund um die Uhr benötigen, leiden vermutlich über 70 Prozent an einer mittelschweren bis schweren Demenz. Bei etwa 50 Prozent kann die Demenz sogar als Hauptursache für die Pflegebedürftigkeit angesehen werden. In Deutschland leiden demnach von insgesamt etwa
    900 000 schwer pflegebedürftigen älteren Menschen 650 000 an einer Demenz.
  • Schätzungsweise werden derzeit in Deutschland jährlich mindestens 15 Milliarden Mark für die stationäre Versorgung Demenzkranker ausgegeben. Zur ambulanten Versorgung Demenzkranker ist im Rahmen der Pflegeversicherung von einem jährlichen Leistungsumfang in Höhe von ca. 5 Milliarden Mark auszugehen.

In Deutschland leben heute schätzungsweise eine Million alte Menschen, die große Probleme haben, sich im Alltag zurecht zu finden. Sie haben eine Erkrankung des Gehirns, bei der die Hirnzellen langsam absterben. Dadurch vergessen diese Menschen viel: Sie finden zum Beispiel ihre Schlüssel nicht, weil sie diese vielleicht in den Kühlschrank gelegt haben oder sie suchen ganz lange ihre Brille, obwohl sie in ihrer Jackentasche steckt.
Manchmal vergessen sie sogar die Namen ihrer Kinder und Enkelkinder, wissen nicht, welcher Wochentag ist und wo sie eigentlich sind. Weil ihre Welt bildlich gesprochen immer enger wird, entstehen bei ihnen viele merkwürdigen Eigenschaften. Sie werden grantig, mitunter regelrecht aggressiv und schimpfen auch mit sehr nahe stehenden Menschen. Manche werden misstrauisch und beschuldigen jemanden aus der Familie, Geld aus dem Portemonnaie genommen zu haben, was gar nicht stimmt! Oder sie stehen nachts auf und ziehen sich an, weil sie glauben, es sei schon Tag. Und dabei werden dann alle anderen auch wach und niemand kommt mehr so richtig zur Ruhe.

Für die Familie ist das alles sehr schwierig, weil keiner so recht weiß, was man machen soll. Und weil auch eine Menge passieren kann, wenn Oma oder Opa geistig verwirrt sind, muss immer jemand da sein, um auf sie oder ihn aufzupassen. Das ist dann so, als hätte man plötzlich ein kleines Geschwisterchen, das man auch den ganzen Tag lang behüten muss. Nur - und das ist sehr traurig an dieser Krankheit - heilen kann man die kranken Menschen nicht und die Krankheit verschlimmert sich auch noch. Aber man kann eine Menge machen, um in der Familie mit der Krankheit der Oma oder des Opas besser umzugehen. Damit sich die Familie wohler fühlt und Opa oder Oma auch.


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